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„Wir finden bei Gott den Weitblick für die Probleme des Klimawandels.“

Die Klimabewegung Fridays for Future hat für den 19. März 2021 zum globalen Klimastreik aufgerufen. Die Studierenden der Kirchlichen Hochschule in Wuppertal (KiHo) beteiligen sich an dem Aktionstag mit einem Gottesdienst, den sie in der Alten reformierten Kirche (Citykirche) aufgezeichnet und als Video veröffentlicht haben (-> Link zum Video).

Musikalisch begleitet wird der Gottesdienst von stud. theol. Mirjam Rudzio (Querflöte) und Kreiskantor KMD Jens-Peter Enk (Flügel). Die Predigt hält stud. theol. Benjamin Frensel. Predigttext ist die Geschichte von Josefs Traumdeutung in 1. Mose 41. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen mitzufeiern.

Wie aber passen Klimastreik, Gottesdienst und Evangelische Theologie zusammen? Die Mitinitiatorin Lena Wittekind, Studentin der evangelischen Theologie an der KiHo, gibt klare Antworten auf diese Fragen.

Frau Wittekind, die KiHo-Hochschulgruppe Students for Future beteiligt sich am globalen Klimastreik. Was tragen Sie dazu bei?

Wir strahlen einen Online-Gottesdienst aus, den wir in der Citykirche Elberfeld aufgenommen haben. Wahrscheinlich werden einige von uns auch an diesem Tag auf der Straße sein, um bei dem Protest von Fridays For Future Wuppertal teilzunehmen.

Klimastreik und Gottesdienst? Klimastreik und Evangelische Theologie? Wie passt das zu einander?

Von der Idee, einen Gottesdienst zum Thema Klimaschutz zu machen, waren wir sofort begeistert. Wir finden bei Gott den Rückhalt und die Weitsicht, die wir brauchen, um uns mit den Problemen des Klimawandels auseinander zu setzen. Dietrich Bonhoeffer sagte einmal: Die letzte verantwortliche Frage ist nicht, wie ich mich heroisch aus der Affäre ziehe, sondern wie eine künftige Generation weiterleben soll. Und ich denke auch, dass wir in der jetzigen Zeit eine Menge von anderen Theolog*innen wie Martin Luther King, Karl Barth oder Dorothee Sölle lernen können.

Was sind Ihre Forderungen?

Wir fordern, dass die Anliegen der Wissenschaftler*innen ernst genommen und erarbeitete Konzepte zum Erhalt des Klimas umgesetzt werden. Besonders der Ausbau der Erneuerbarer Energien sollten vorangetrieben werden. Denn jedes Gigawatt Leistung, das aus Solar- oder Windenergie gewonnen wird, reduziert unseren CO2-Ausstoß.

Was würden Sie in Wuppertal verändern, um der Klimaerwärmung gegenzusteuern?

Wir sollten sowohl unsere Kapazitäten an Solardächern und Windrädern ausbauen als auch den öffentlichen Nahverkehr. Die Pläne zu Rodungen im Nordpark und Osterholz sollten ausgesetzt und freie Flächen aufgeforstet werden.

Was würden Sie an der Kirchlichen Hochschule verändern, um der Klimaerwärmung gegenzusteuern?

Wir sollten uns mit den gegenwärtigen Herausforderungen auseinandersetzen, um besser theologisch sprach- und handlungsfähig zu werden. Viele Gläubige in Deutschland sind auf der Suche nach Worten, um ausdrücken zu können, was sie im Angesicht der Klimakrise sagen wollen. Wir haben in der Theologie gute Voraussetzungen, um solche Worte zu finden.

Die Hochschulgruppe Students for Future hat sich Anfang des Jahres an der KiHo gegründet. Was planen Sie für die nächsten Wochen und Monate?

Wir planen Bildungsveranstaltungen, um über Klimaschutz und Klimagerechtigkeit aufzuklären, und wir sind im Gespräch mit der Stadt, um auf der Hardt Bäume zu pflanzen. Es wird aber auch viele kreative Angebote geben. Und wenn die Corona-Zeit vorbei ist, werden wir auch vermehrt auf Demonstrationen präsent sein.

Die Fragen stellte Frank Grünberg, Abteilung Information, Kommunikation und Medien (IKM) an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel

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