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„Wie buchstabiere ich Gerechtigkeit in meinem Leben?“

Prof. Dr. Claudia Janssen hat am 1. Oktober 2020 den Lehrstuhl für Neues Testament und Theologische Geschlechterforschung übernommen. Sie will Studierende für das Evangelium begeistern und dafür die drängenden Fragen der Gegenwart in den Blickpunkt rücken.

Janssen (54) studierte Theologie in Kiel und Marburg und promovierte in Kassel im Fach „Neues Testament“. Ihr Vikariat absolvierte sie in der Hannoverschen Landeskirche. 2004 habilitierte in Marburg und war dort anschließend als außerplanmäßige Professorin tätig. 2006 wirkte sie an der Edition der „Bibel in gerechter Sprache“ mit, für die sie den Brief an die Gemeinde in Rom übersetzte. Das Werk hat sich bis heute fast 100.000 Mal verkauft.

Seit 2016 lehrt Janssen Feministische Theologie, Theologische Geschlechterforschung und Neues Testament an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel. Zum 1. Oktober 2020 hat sie dort den Lehrstuhl für Neues Testament und Theologische Geschlechterforschung übernommen. Damit tritt sie die Nachfolge von Prof. Dr. Martin Karrer an, der den Lehrstuhl 30 Jahre lang leitete.

Menschliche Vielfalt theologisch reflektieren

Die Theologin will sich vor allem dem Thema Gerechtigkeit widmen. „Gerechtigkeit ist der rote Faden, der sich durch die biblischen Schriften zieht“, sagt sie. Wozu fordert mich die Lektüre heraus? Wie buchstabiere ich Gerechtigkeit in meinem Leben? „Diese Fragen gehören zum Studium des Neuen Testaments ebenso dazu wie der Erwerb des exegetischen Handwerkszeugs, mit dem sich biblische Texte auslegen lassen.“ Die Theologische Geschlechterforschung rückt die menschliche Vielfalt in den Vordergrund – und die Bedeutung, die sie für das Christsein von heute hat. Körper, Geschlecht, Sexualität, Glaube und Liebe seien existentielle Dimensionen dieser Vielfalt, die sie in Forschung Lehre theologisch reflektiere. „Es liegt an uns, die Bibel nicht zu einem Wortmuseum werden zu lassen, sondern deutlich zu machen, wie aktuell sie auch heute in unseren Alltag hineinspricht.“

Eine wichtige Rolle wird dabei das „Institut für Feministische Theologie, Theologische Geschlechterforschung und soziale Vielfalt“ spielen, das 2021 an der Kirchlichen Hochschule eingerichtet und an den Lehrstuhl angebunden wird.

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