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Von Worms nach Barmen – Die Bedeutung von Bekennen und Bekenntnis für den Protestantismus von heute

Vor 500 Jahren legte Martin Luther in Worms sein berühmtes Bekenntnis zur Bibel als einzigem Maßstab für Glaube, Gewissen und Kirche ab. Im Jubiläumsjahr schlägt die Luther-Gesellschaft den historischen Bogen nach Barmen – dem Ort der Theologischen Erklärung von 1934. Ihre Jahrestagung findet vom 24. bis 26. September 2021 an der Kirchlichen Hochschule statt.

Am 18. April 1521 sollte Martin Luther vor dem Reichstag in Worms seine revolutionären theologischen Positionen widerrufen. Kaiser Karl V. hatte ihn persönlich herbeizitiert. Doch Luther blieb standhaft und widerrief nicht. „Widerrufen kann und will ich nichts, weil es weder sicher noch geraten ist, etwas gegen sein Gewissen zu tun. Gott helfe mir, Amen.“ Mit diesen Worten ging er in die Weltgeschichte ein.

Die Luther-Gesellschaft nimmt den 500. Jahrestag des Lutherschen Widerrufs zum Anlass, im Rahmen ihrer Jahrestagung, die vom 24. bis 26. September 2021 auf dem Campus der Kirchlichen Hochschule in Wuppertal (KiHo) stattfindet, den kirchengeschichtlichen Bogen von Worms nach Barmen zu schlagen. Dort beschlossen die Synodalen der Bekennenden Kirche am 31. Mai 1934 die Barmer Theologische Erklärung. In sechs Thesen formuliert das Dokument evangelische Wahrheiten, die über den zeitgeschichtlichen Kontext hinaus in der Kirche ihre Gültigkeit behalten haben. Es gilt als ein klares Bekenntnis zu Jesus Christus als dem einen Herrn der Kirche.

„Die Tagung hat das Ziel, das Thema ‚Bekennen und Bekenntnis‘ durch die Geschichte des Protestantismus zu verfolgen und so einen Horizont zu gewinnen, in dem Christen und Christinnen in ihren Kirchen und Gemeinden, aber auch in ihrem Leben, verantwortet bekennen und sich zu überlieferten Bekenntnissen verhalten können“, erklärt Hellmut Zschoch, Professor für Kirchengeschichte an der KiHo und Mitglied des Vorstands der Luther-Gesellschaft. „Das ist zunächst bedeutsam für die Gegenwart und Zukunft von Kirchen und Gemeinden. Und zugleich bedeutsam für eine Gesellschaft mit vielfältigen Bekenntnissen, auch für die Suche nach eigenen Positionen in existentiellen Auseinandersetzungen.“ Diese Verklammerung werde auf der Tagung nicht zuletzt durch einen öffentlichen Gottesdienst zum Abschluss im Audimax zum Ausdruck gebracht.

Zschoch hat die Tagung gemeinsam mit Dr. Nicole Kuropka organisiert, die im Beirat der Luther-Gesellschaft tätig ist und ebenfalls Kirchengschichte an der KiHo lehrt. Erwartet werden  über 40 Teilnehmer*innen aus ganz Deutschland, ein Referent wird aus den USA zugeschaltet. Auch Studierende der KiHo tragen zur Tagung bei, die sich mit dem Thema im Zuge ihres Studiums beschäftigt haben.

Die 1918 gegründete Luther-Gesellschaft gehört mit rund 900 Mitgliedern zu den großen wissenschaftlichen Vereinen in Deutschland. Ihr Ziel ist es laut Satzung „Luthers Gestalt und Werk der Gegenwart zu erschließen und nahezubringen und aus reformatorischer Perspektive am wissenschaftlichen, gesellschaftlichen und kirchlichen Diskurs teilzunehmen“. Dazu veranstaltet sie Tagungen und gibt Publikationen wie das „Lutherjahrbuch“ oder die Zeitschrift „Luther“ heraus.

Kontakt
Prof. Dr. Hellmut Zschoch
E-Mail: zschoch@kiho-wb.de

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