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Religionspädagogische Denkräume: Religionsunterricht in Berlin – Chancen und Grenzen

10. Dezember, 17:00 - 19:00

Zwei Bundesländer – zwei religionsverfassungsrechtliche Konstruktionen von Religionsunterricht an der öffentlichen Schule. Obwohl das Bundesland Brandenburg den Stadtstaat Berlin geographisch vollständig umschließt, ergibt der Blick auf den Status des Religionsunterrichts an der öffentlichen Schule mit Blick auf die beiden Bundesländer ein sehr unterschiedliches Bild.

Der Religionsunterricht wird in der deutschen Hauptstadt nicht nach Art. 7,3 GG erteilt, sondern ist freiwilliges und zusätzliches Unterrichtsfach an der öffentlichen Schule und wird allein von den entsprechenden Religions-und Weltanschauungsgemeinschaften verantwortet. Dieser Status des Faches bereits in der unmittelbaren Nachkriegszeit durch das „Groß-Berliner Schulgesetz“ (1948) für „alle Ewigkeit“ (?) normativ mit Bezug auf die sog. „Bremer Klausel“ des GG festgelegt worden. Seit ca. 15 Jahren wird an der Berliner Schule ein für alle Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I verpflichtender Ethik-Unterricht (ohne Abmelde-Möglichkeit) angeboten.

Eine etwas andere Perspektive ergibt sich beim Blick nach Brandenburg: Hier wird das Pflichtfach: Lebensgestaltung-Ethik-Religionen (LER) als bundesweite Besonderheit angeboten, aber mit einer Abmelde-Möglichkeit zugunsten des Religionsunterrichts. Das Fach LER kann in historischer Perspektive als Versuch gewertet werden, in der Post-Wende-Zeit religiöse und weltanschauliche Bildung neu zu bedenken.

Der Referent Dr. Dieter Altmannsperger ist leitender Oberkirchenrat in Berlin und wird mit uns erörtern, wie kirchlich verantwortete Bildung und Erziehung in Berlin und Brandenburg einmal mit Blick auf die unterschiedlichen religionsverfassungsrechtlichen Konstruktionen gelingen kann, aber auch welche Aufgabe und Funktion religiöser Bildung und Erziehung in einer zunehmend von „Konfessionslosigkeit“ und „Konfessionsfreiheit“, ebenso aber auch von religiösem Desinteresse geprägten Gesellschaft zuzusprechen ist. Gleichermaßen wird Dr. Altmannsperger den religiösen und weltanschaulichen Pluralismus als Herausforderung und Chance für religiöse Bildung und Erziehung mit uns bedenken.

Der Vortrag verspricht zeitnahe und unmittelbare Wahrnehmungen mit Blick auf Berlin und Brandenburg, aber auch für die gesamte Bundesrepublik wichtige Fragestellungen mit uns zu erarbeiten und zu bedenken.

Interessierte können den Vortrag am Mittwoch, dem 10. Dezember 2021, von 17 bis 19 Uhr kostenfrei per Zoom live verfolgen. Um Anmeldung per E-Mail unter matthias.roser@kiho-wuppertal-bethel.de wird gebeten. Der Einwahllink wird Interessierten anschließend gerne zugeschickt.

Mit der Veranstaltungsreihe „Religionspädagogische Denkräume“ wollen Prof. Dr. Konstanze Kemnitzer und Dr. Matthias Roser vom Lehrstuhl für Praktische Theologie der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel ein Forum für alle Fragen rund um die Themen Religion und Bildung bieten. „Ziel ist es, regelmäßig bildungs- und schulpolitisch bedeutsame Entwicklungen mit Blick auf den Religionsunterricht aufzugreifen, um damit zur Entscheidungsfindung im öffentlichen Raum beizutragen“, erklärt Kemnitzer, die seit 1. Oktober 2020 auch Rektorin der Hochschule ist.

Details

Datum:
10. Dezember
Zeit:
17:00 - 19:00


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