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EVANGELISCHE KIRCHE IN DER WEIMARER REPUBLIK

Nr: 303
Fach: KG
Art: Seminar
Semesterwochenstunden: 2
Dozenten: Zschoch
Verwendbarkeit: AM KG, WB
Termin: Zeit: 16.15-18.00 Uhr Termine: dienstags
Ort: Ort: Raum 5
Hinweise:

Inhalt

Das Ende des Ersten Weltkrieges mit der republikanischen Revolution von
1918 hat für die meisten deutschen Protestanten ein traumatisches Erlebnis
dargestellt. Nur wenige Vertreter der evangelischen Kirchen und ihrer
Theologie plädierten dafür, die Demokratie zu akzeptieren oder sahen in ihr
sogar eine Chance für das Christentum. Die allermeisten verweigerten die
Mitarbeit oder auch nur die kritische Solidarität und standen in den Reihen der
Gegner der Weimarer Republik, die schon durch das staatstragende Bündnis
von Sozialdemokratie und politischem Katholizismus desavouiert schien.
Theologische Entwicklungen verstärkten diese Haltung (z.B. Luther-
renaissance) oder ließen sich nicht mit den kirchlichen Gegebenheiten
vermitteln (z.B. dialektische Theologie). So gehörte der Protestantismus nicht
zu den stabilisierenden Elementen der Weimarer Republik, 1933 hat er in
seiner überwiegenden Mehrheit (auch derer, die sich später eines Besseren
besannen) ihr Ende erwartungsvoll begrüßt. Ein (missglücktes) Lehrbeispiel
zum Verhältnis von Christentum und Demokratie?
Im Seminar soll es darum gehen, einige Stellungnahmen und Aus-
einandersetzungen dieser bewegten Epoche der Zeitgeschichte anhand von
Quellen genauer in Augenschein zu nehmen. Ein erster Schwerpunkt wird auf
Stellungnahmen zu Revolution und Republik liegen. Zweitens soll das
Programm der „Volkskirche“, das in diesem Zusammenhang entsteht,
betrachtet und bis hin zu dem berühmten Buch „Das Jahrhundert der Kirche“von Otto Dibelius und dem Streit darüber verfolgt werden. Schließlich muss
die Stellung des deutschen Protestantismus zur deutschnationalen Mentalität
und zum aufkommenden Nationalsozialismus beleuchtet werden.
Die Arbeit im Seminar basiert auf Quellentexten; ihre Besprechung soll im
Mittelpunkt stehen. Die Gestaltung der Sitzungen soll weitgehend durch die
Seminarmitglieder erfolgen.

Literatur

Quellen: Hans-Walter Krumwiede (Hg.), Evangelische Kirche und Theologie in
der Weimarer Republik, 1990 – Darstellungen: Andreas Lindt, Das Zeitalter
des Totalitarismus, 1981 (zur Weimarer Republik S. 79–131, aber die Lektüre
des ganzen Buches ist sehr zu empfehlen!). – Kurt Nowak, Evangelische
Kirche und Weimarer Republik. Zum politischen Weg des deutschen
Protestantismus zwischen 1918 und 1932, 1981 – Klaus Scholder, Die
Kirchen und das Dritte Reich, Bd.1: Vorgeschichte und Zeit der Illusionen
1918–1934, Frankfurt/M. u.a. 1977.

Voraussetzungen

Kirchengeschichtliches Proseminar.

Anforderungen

Regelmäßige Vorbereitung und Mitarbeit; Bereitschaft, einzeln oder in
Kleingruppen Seminarsitzungen selbständig zu gestalten. Ein benoteter
Seminarschein setzt eine schriftliche Arbeit voraus (Themen nach Absprache).

Leistungspunkte

Regelmäßige Teilnahme 4 LP, Seminararbeit 6 LP.

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