Die Kirchliche Hochschule Wuppertal / Bethel (Hochschule für Kirche und Diakonie) entstand am 1. Januar 2007 durch den Zusammenschluss der Kirchlichen Hochschule Bethel und der Kirchlichen Hochschule Wuppertal.

Die Kirchliche Hochschule Bethel wurde im Jahre 1905 von Friedrich von Bodelschwingh (1831-1910) als „Theologische Schule“ gegründet. Pastor von Bodelschwingh war davon überzeugt, dass diakonische Praxis nicht bestehen könne ohne eine kritisch diese Praxis begleitende und anregende theologische Reflexion; evangelische Werte, die dem kirchlichen Handeln die Orientierung vorgeben, bedurften nach seiner Meinung der ständigen wissenschaftlich verantworteten Diskussion im Spannungsfeld von Kirche und Gesellschaft. Nachdem sich während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland die Theologische Schule Bethel auf die Seite der Bekennenden Kirche gestellt hatte, wurde sie im März 1939 auf staatliche Anordnung geschlossen. Nach der Wiederaufnahme des Lehrbetriebs im Oktober 1945 vollzog sich eine bis dahin nicht bestehende rechtliche Einbindung in die Evangelische Kirche von Westfalen; rechtliche Trägerin wurde die Zionsgemeinde Bethel bei Bielefeld.

Die Kirchliche Hochschule Wuppertal wurde im Jahre 1935 von der Bekennenden Kirche gegründet. Die Gründung war die Folge der Erkenntnis, dass die Kirche für die Ausbildung ihres Pfarrernachwuchses selbst verantwortlich ist, und sie geschah in der Abwehr einer Überfremdung der theologischen Fakultäten an den staatlichen Univer- sitäten durch den Nationalsozialismus. Trotz eines von den staatlichen Machthabern sofort ausgesprochenen Verbots konnte die Hochschule ihre Tätigkeit illegal bis zum Frühjahr 1941 fortsetzen. Im Wintersemester 1945/46 wurde die Lehrtätigkeit wieder aufge- nommen.

Die beiden Kirchlichen Hochschulen erhielten durch die staatliche Anerkennung am 1. November 1979 die vollen Rechte wissenschaftlicher Hochschulen, einschließlich des Promotions- und des Habilitationsrechts. Mit der Gründung der neuen „Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel (Hochschule für Kirche und Diakonie)“ sind die akademischen Rechte beider Kirchlichen Hochschulen auf die neu entstandene Hochschule übergegangen. Sie hat zwei verschiedene Arbeitsbereiche: In Wuppertal liegt der Schwerpunkt der wissenschaftlichen Theologie in der Pfarramtsausbildung, den anderen theologischen Studiengängen und der theologischen Forschung; in Bethel liegt der Schwerpunkt in der berufsbegleitenden diakoniewissenschaftlichen Ausbildung des Masterstudiengangs Diakoniemanagement und des Promotionsstudiengangs Diakoniewissenschaft.

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