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Markus Mühling beginnt als neuer Professor für Systematische Theologie

Prof. Dr. Markus Mühling

Markus Mühling wird im Eröffnungsgottesdienst des Wintersemesters am 16.10.2018 in sein Amt als Professor für Systematische Theologie an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel eingeführt.

Der 48jährige wohnt mit seiner Frau, Pfarrerin Dr. Anke Mühling und einer zweijährigen Tochter derzeit noch in der Nähe Hamburgs, bis eine geeignete Pfarrstelle für seine Frau und ein Pfarrhaus für die kleine Familie gefunden sein wird. Zwei ältere Söhne (22 und 20) studieren bzw. bereiten sich auf ein Studium vor. Er freut sich, als Lehrstuhlinhaber für ST nach längerer Zeit insbesondere wieder mit Pfarramtskandidatinnen und -kandidaten zu arbeiten.

Markus Mühling wurde über den Liebesbegriff als Modell des trinitarischen Redens von Gott in Kiel promoviert. Seine in Heidelberg angenommene Habilitation beschäftigt sich mit der Bedeutung von Leben, Tod und Auferstehung Christi als Heilsereignis. Monographien zum Verhältnis von Theologie und Naturwissenschaften (Einstein und die Religion, Resonanzen zwischen Theologie, Neurowissenschaften und Evolutionstheorie) sowie Lehrbücher zur Eschatologie und Ethik ergänzen seine Werke. Mit „Liebesgeschichte Gott“ hat er eine Konzeptstudie für seine weitere Forschung vorgelegt.

Der christliche Glaube ist weder eine Lehre, noch ein System oder ein interpretatorisches Verständnis der Wirklichkeit, sondern eine gemeinschaftliche, phänomenale Weise des Wahrwertnehmens, und zwar im Lichte des Evangeliums. Systematische Theologie beschäftigt sich auf reflektierende Weise mit dem Wahrheitsanspruch des christlichen Glaubens, so dass die Wirklichkeit in Entsprechung zu Gottes trinitarischen Werden als gnadenhaft geschaffenes, relationales und dynamisches Gewebe von Narrationen verstanden werden kann. Entsprechend sucht Mühling eine narrative Ontologie des christlichen Glaubens zu entfalten, denn „Geschichten werden gelebt, bevor sie erzählt werden können“ (nach A. MacIntyre).

Theologie ist eine Ausdrucksform des Glaubens, der immer nur als leiblich in den gelebten Beziehungen von Personen in Gemeinschaft existiert. Die kirchliche Hochschule erscheint damit als ein vorzüglicher Ort und eine vorzügliche Organisationsgestalt, um so beides, Theologie und Glauben, leben zu können.

Geboren wurde Markus Mühling in Frankfurt/Main und wuchs im Rhein-Main-Gebiet auf. Wichtige Stationen seines Weges sind neben den schon genannten Orten Kiel und Heidelberg, wo er auch Vikariat und Probedienst verbracht hat, Aberdeen in Schottland, wo Mühling ein Jahr eine Gastprofessur innehatte, Princeton in New Jersey, wo er am Center for Theological Inquiry zur Anthropologie forschte, und Oxford, wo er 2017 ein neues Forschungsprojekt begonnen hat. Vor seiner Tätigkeit an der Kirchlichen Hochschule war Mühling Professor für Systematische Theologie an der Universität Lüneburg. Er ist Vorsitzender der Karl-Heim-Gesellschaft und akademischer Vorsitzender des Theologischen Konvents Augsburgischen Bekenntnisses (TKAB), und in verschiedenen Herausgebergremien tätig (RThN, KuD, JKHG). Geprägt haben ihn Theologen der trinitarischen Renaissance, und hier insbesondere Christoph Schwöbel, aber durch intensiven interdisziplinären Diskurs sind jüngst auch nicht-theologische Einflüsse wichtig geworden, wie die Sozialanthropologie Tim Ingolds oder die Philosophie Anton Kochs. Eine ausführliche Selbstdarstellung, was und wer ihm in seiner Theologie und in seinem Glauben wichtige Anstöße gegeben hat, erscheint in diesem Herbst unter dem Titel „Glaube als Weg im Evangelium“ in der Zeitschrift „Evangelium und Wissenschaft. Beiträge zum interdisziplinären Gespräch“.

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