Einführung Konstanze Kemnitzer

Konstanze Kemnitzer mit dem Kuratoriumsvorsitzenden Prof. Dr. Dieter Beese


Konstanze Kemnitzer
wird im Eröffnungsgottesdienst des Sommersemesters am 10. April 2018 in ihr Amt als Professorin für Praktische Theologie an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel eingeführt.

Die 43jährige ist mit ihrem Ehemann, Pfarrer Jan Kemnitzer, und ihren drei Kindern (9, 7 und 4 Jahre) bereits auf den Heiligen Berg gezogen. Sie freut sich auf die vielfältigen Herausforderungen als Inhaberin des Lehrstuhls für Praktische Theologie.

Konstanze Kemnitzer promovierte über die Geschichte und das Selbstverständnis der Aktion „Brot für die Welt“. Sie habilitierte sich mit einer Arbeit über Modellvorstellungen zur Glaubensentwicklung und veröffentlichte diese unter dem Titel „Glaubenslebenslauf-Imaginationen. Vorstellungen vom Glauben im Wandel der Lebensalter.“ Seit 2007 lehrt sie im Fach Praktische Theologie: leidenschaftlich, personenbezogen und engagiert. „Imagination des Evangeliums“ ist ihr Leitbegriff in Forschung und Lehre. Angesichts der Medialisierung und Virtualisierung der Lebenswelten will sie dazu beitragen, mit der „Imagination des Evangeliums“ im Konzert der vielen Imaginationen der Gegenwart verantwortungsbewusst umzugehen. Sie begeistert für praktisch-theologisches Lernen in Studium und Weiterbildung, das die „Imagination des Evangeliums“ reflektiert und trainiert, mit dem Ziel, diese souverän zu kommunizieren und wahrhaftig zu inszenieren, mitten in den vielen, realitätsprägenden Vorstellungswelten.

Die Chance der Praktischen Theologie an der Kirchlichen Hochschule sieht Kemnitzer darin, dass hier besondere Möglichkeiten gegeben sind, geistig-geistliche Erlebnisse der „Imagination des Evangeliums“ gemeinsam zu sammeln und zu reflektieren. Hierbei gehört zu ihrem Selbstverständnis als Praktische Theologin eine hohe Bereitschaft, im geistlichen Leben der Hochschule integriert zu sein und z.B. ihre liturgischen und homiletischen Entscheidungen hinterfragen und diskutieren zu lassen, bzw. mit Studierenden über deren Formen und Gestaltungen des geistlichen Lebens und deren Fragen zu ihrem eigenen Lebensweg zu sprechen. Im Homiletischen Seminar begleitet sie die Teilnehmenden dabei, ihre Predigt in selbst geleiteten Gottesdiensten in Gemeinden Wuppertals zu feiern und gemeinsam mit der Seminargruppe diese Erfahrungen zu reflektieren. Im von ihr sonntäglich geleiteten „generationenverbindenden Kindergottesdienst“ in der Kapelle der Kirchlichen Hochschule erkundet sie spielerisch mit allen Anwesenden den aktuellen Predigttext – offen für Kinder, Studierende, Familien und alle, die neugierig sind.

Das praktisch-theologische Forschungsverständnis von Kemnitzer geht im Sinne der „Imagination des Evangeliums“ nicht in empirisch-phänomenologischen Beschreibungen über den Iststand christlicher Kulturpraxis, individueller Glaubensgestaltung und kirchlicher Organisation auf, sie ist vielmehr „Agronomie hin auf das Reich Gottes“ (nach Rudolf Bohren, einem von ihr verehrten Vorgänger auf dem Lehrstuhl). Sie zielt darauf, die christliche Kulturpraxis mit empirischen, phänomenologischen, kulturwissenschaftlichen Methoden über sich selbst aufzuklären und diese Gegenwartsanalyse mit den Potentialen der „Imagination des Evangeliums“ so zu verknüpfen, dass die diskursiven Kräfte kirchlicher Berufsgruppen frei werden für die (immer) notwendigen Ab- und Aufbrüche.

Geboren ist Konstanze Kemnitzer in Joditz (Oberfranken, bei Hof). Sie wuchs in einem Pfarrhaus im Allgäu bei Memmingen auf, hat drei ältere Schwestern, war Vikarin in Untersteinach bei Kulmbach, Pfarrerin an der St. Markuskirche in München und an der St. Andreaskirche in Wassermungenau (bei Nürnberg). Wissenschaftlich geprägt hat sie insbesondere ihre Zeit als Assistentin und Privatdozentin am Lehrstuhl für Praktische Theologie von Prof. Dr. Klaus Raschzok in Neuendettelsau. Kemnitzer ist Organistin mit D-Prüfung und zertifizierte Bibliodrama-Leiterin. Sie ist berufenes Mitglied im Ausschuss „Psalmen predigen“ in der Liturgischen Konferenz der EKD und schreibt kontinuierlich mit beim wöchentlichen „Fürbittendienst zum Zeitgeschehen mit weltweitem Blick“ des Eine-Welt-Zentrums Herne und der Aktion Brot-für-die Welt.

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