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BALTISCHE IMPRESSIONEN: Bilder einer Studienreise im September 2017

Annette Kaemper-Baudzus

Die Studienreisegruppe vor dem Barock-Schloß Rundale, dem „Versailles des Nordens“, in Lettland.

 

Der Lehrstuhl Praktische Theologie und die Evangelische Kirchengemeinde Eppendorf-Goldhamme (Bochum) laden herzlich ein:

Nach einem Kennenlern-Wochenende in Nümbrecht im Januar 2017 und monatlichen Treffen am Donnerstagabend (jeweils mit zwei Referaten aus der Mitte der 31 Teilnehmenden, unter ihnen einige Gasthörerinnen und Freunde der Kirchlichen Hochschule, und einer lukullischen Unterbrechung mit regionalen baltischen Köstlichkeiten) machten wir uns Anfang September für 16 Tage auf, Kirche und Kultur, Menschen und Natur im Baltikum zu entdecken. Von der lebendigen Barockstadt Vilnius, der Hauptstadt Litauens, ging es über die traumhaft gelegene Wasserburg Trakai (und der dortigen Karäer-„Synagoge“) und Kaunas weiter nach Klaipeda (Memel), wo wir Ännchen von Tharau die Referenz erwiesen. Auf der Kurischen Nehrung haben wir die Stille der großen Düne, der endlosen Wälder und des weiten Haffs genossen. Bei einer Fahrt ins Memel-Delta konnten wir die Arbeit der großen Vogelwarte in Vente bestaunen und uns anschließend mit Fischsuppe stärken. Etwa die Andacht in der alten Evangelischen Kirche in Nida – wie die täglichen geistlichen „Atempausen“ – waren wieder ein besonderes Merkmal dieser Art von gemeindepädagogisch akzentuierter Studienreise. Über den „Berg der Kreuze“, einem Symbol der litauischen Volksfrömmigkeit und des Widerstands, führte uns der Weg weiter nach Lettland, zum Schloss Rundale, wo wir etwas zu spüren kamen, von der Tradition der einstigen „Kolonialmacht“ der Herzöge von Kurland – und uns ansonsten das Obst im Schlossgarten schmecken ließen. Nicht nur die wieder erstandene Pracht der alten Hansestadt Riga rund um Rathaus, Dom und Peterskirche, sondern auch die Jugendstilvillen, die Markthallen und das lebendige nächtliche Treiben mit viel Straßenmusik haben uns verzaubert. In der größten lutherischen Gemeinde konnten wir Einblick nehmen in die gastfreundlichen Möglichkeiten einer liberalen Gemeinde. Über den Gajda-Nationalpark mit der Burg von Turaida und seinem Skulpturenpark für die baltische Volkslied-Tradition ging es weiter nach Tartu in Estland, dem alten Dorpat, einer Universitätsstadt mit deutscher Tradition. Von dort machten wir einen Abstecher zum Peipus-See, um an der „Zwiebelstraße“ den Alltag der altgläubigen Orthodoxen in ihren Dörfern zu erleben. Quer durch das Land ging es dann über Viljandi und Pärnu auf die Insel Saaremaa, das wir von Kuressare aus mit seiner gewaltigen Burg auf einer Rundfahrt erkundeten: da konnten wir an der Steilküste im Norden Fossilien entdecken, alte Windmühlen und einen Meteoritenkrater bewundern, die Stimmung mittelalterlicher Kirchen wahrnehmen und immer wieder die unendliche Einsamkeit der weiten Landschaft. Auf dem Weg in die Hauptstadt Estlands, Tallinn, machten wir Halt in Haapsalu, einem Badeort mit einem verschlafenen stillgelegten Bahnhof im Jugendstil aus der Zarenzeit und entdeckten „Ilons Wunderland“, ein Haus, das die Illustratorin vieler Bücher von Astrid Lindgren ihrer Heimatstadt geschenkt hat. Letzte Station: Tallinn, eine mittelalterliche Stadt mit allem, was dazu gehört, und mit einer avantgardistischen Architektur rund um den Hafen mit Fähren aus Finnland und riesigen Kreuzfahrtschiffen. Von dort aus entdeckten wir einmal die eigentümliche Welt des Lahemaa-Nationalparks bei einer langen Wanderung auf Holzstegen durch ein Hochmoor, die raue Küste mit ihren Fischerdörfern und die Pracht der deutschbaltischen Herrenhäuser von Palmse und Sagadi. Da durfte auch ein Einblick in die Welt der Wodka-Herstellung nicht fehlen, nachdem wir schon vorher nicht nur das gute baltische Bier, sondern auch die speziellen Spirituosen Riga Balsam und Vana Tallinn in märchenhafter Atmosphäre genossen hatten. Zum Abschluss noch einmal rund um Tallinn, einerseits das Schloß Katarinental, die Ruine des Brigittenklosters und die gewaltige Sängerbühne, zugleich Erinnerung an die „singende Revolution“ 1989, andererseits das estnische Freilichtmuseum in Rocca al mare, eine Wanderung durch die Lebensbedingungen im 18. und 19. Jahrhundert. Im urtümlichen „Pepersack“ haben wir diese unvergessliche Reise mit vielen Erinnerungen und kreativen Einfällen ausklingen lassen, bevor es am nächsten Tag dann wieder mit dem Flugzeug über Warschau nach Düsseldorf ging. Ein baltisches Fest der Reisegruppe hat Mitte Januar den Bogen dieser besonderen Reise abgerundet – mit Erinnerungen in Bildern und Film, mit einem kleinen Dankgottesdienst, mit einem Tagebuch und einem Kochbuch der miteinander geteilten Köstlichkeiten.

 

Als nächstes Projekt einer Studienreise haben sich Kriemhild und Prof. em. Dr. Günter Ruddat, die gemeinsam diese Reise mit den Teilnehmenden vorbereitet hatten, für September 2019 eine Rundreise durch Armenien vorgenommen, die Vorbereitung soll mit einem Informationsabend im Oktober 2018 beginnen. Interessierte können sich schon jetzt vormerken lassen, T 02327-71205, guenter@ruddat.net

 

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