Gottesdienst im Alltag der Welt

Semestereröffnungsgottesdienst und Ordination von Prof. Dr. Claudia Janssen am 17.10.2017 in der Unterbarmer Hauptkirche in Wuppertal

In ihrer Predigt zur Eröffnung des Wintersemesters 2017/18 hat Claudia Janssen die Studierenden der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel zu kritischem Denken ermutigt. „Hier dürft Ihr denken!“, sagte die Professorin für Feministische Theologie, Theologische Geschlechterforschung und Neues Testament. Leben, Glauben, Handeln und Denken gehörten zusammen, erklärte sie in ihrer Predigt. Claudia Janssen wurde in diesem Gottesdienst von Superintendentin Ilka Federschmidt offiziell in die Hochschulgemeinde ordiniert.

„Wenn es um Glauben geht, soll ich mein Denken, meinen Verstand und meine kritischen Fragen nicht vor der Kirchentür abgeben“, sagte Janssen mit Blick auf den Brief des Paulus an die Gemeinde in Rom (Röm 12, 1-8), den sie in den Mittelpunkt ihrer Predigt rückte. Die Tradition habe den Apostel oft als autoritär, frauenfeindlich und antijüdisch gezeichnet. Sie habe aber im Laufe ihrer Arbeit an seinen Briefen einen anderen Paulus kennengelernt, erklärte die Theologin: „einen Menschen, der sich als ein Bruder unter vielen Geschwistern versteht, der den Glauben an den einen Gott Israels in die Welt tragen will und dabei auch oft an Grenzen stößt“.

Paulus rufe den Römern zu, „Schwimmt nicht mit dem Strom, sondern macht euch von den Strukturen dieser Zeit frei, indem ihr euer Denken erneuert“, sagte Janssen, die seit einem Jahr an der Kirchlichen Hochschule lehrt. Der Apostel fordere die Menschen auf, sich nicht in allem anzupassen und ihren Verstand einzusetzen. „Es braucht viel Mut, anders zu sein“, betonte die Professorin. Es könne aber eine Bereicherung für ein Leben bedeuten, „aus dem allgemeinen Grau heraus zu schwimmen“.

Download der Predigt

1 Ordinationspredigt Janssen 17.10.17
Suche