Weder männlich noch weiblich. Der äthiopische Eunuch in Apg 8,26-40

„Weder männlich noch weiblich. Der äthiopische Eunuch in Apg 8,26-40“ so lautete der Titel der Antrittsvorlesung von Prof‘in Dr. Claudia Janssen am 14. Juni 2017 von, die seit dem Wintersemester Feministische Theologie / theologische Geschlechterforschung und Neues Testament an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal-Bethel lehrt.

Ausgehend von der Figur des äthiopischen Eunuchen widmete sich der Vortrag der Frage nach antiken Geschlechterkonstruktionen und deren Bedeutung für die neutestamentliche Exegese. Als Eunuch und damit „non-man“, als Fremder und Verehrer des Gottes Israels, der sich taufen lässt und das Evangelium an die Enden der Erde trägt (vgl. Apg 1,8), verkörpert er das, was die Taufformel in Gal 3,28 ausdrückt: „Da ist nicht jüdisch noch griechisch, da ist nicht versklavt noch frei, da ist nicht männlich und weiblich: denn alle seid ihr einzig-einig im Messias Jesus.“

Claudia Janssen wurde mit einer Arbeit zum Thema „Elisabet und Hanna – zwei alte Frauen in neutestamentlicher Zeit. Messianische Erwartungen und widerständiges Handeln“ an der Universität Kassel promoviert und mit einer Arbeit zum Thema: „Eschatologie und Gegenwart. Die Körpertheologie des Paulus als Schlüssel für Auferstehung (1 Kor 15)“ an der Universität Marburg habilitiert. Bis 2016 arbeitete sie als Studienleiterin am Studienzentrum der EKD für Genderfragen in Kirche und Theologie in Hannover. Sie ist Mitherausgeberin der Bibel in gerechter Sprache und des Sozialgeschichtlichen Wörterbuchs zur Bibel.

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