Zeigen was ich liebe – mit Muslimen über den christlichen Glauben reden

Eine neue Handreichung für Ehrenamtliche

 

Die soeben erschienene Handreichung „Zeigen was ich liebe – mit Muslimen über den christlichen Glauben reden“ will Unsicherheiten unter ehrenamtlichen Gemeindemitgliedern rund um das Thema Mission unter muslimischen Flüchtlingen abbauen. Die 24-seitige Broschüre enthält Anregungen für die Klärung eigener Glaubensfragen als Voraussetzung zum interreligiösen Gespräch und ist eine Gemeinschaftspublikation der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste (AMD), der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) und des EKD-Zentrums für Mission in der Region (ZMiR). Zur Arbeitsgruppe gehörten Francis Abdelmassieh, Maria Ansari (Name geändert), Favor Bancin, Jens Buschbeck, Axel Ebert, Philipp Elhaus, Dr. Andreas Goetze, Silke Römhild (Geschäftsführung), Götz Weber, Dr. Claudia Währisch-Oblau (Leitung) und Prof. Dr. Henning Wrogemann.

Das zivilgesellschaftliche Engagement in der Hilfe für Geflüchtete ist ungebrochen. 120.000 freiwillige Helferinnen und Helfer sind laut einer Erhebung der EKD allein im Bereich der evangelischen Kirche in der Flüchtlingshilfe tätig. In vielen der 30.000 diakonischen Einrichtungen und 14.000 Kirchengemeinden Deutschlands ist sie fester Bestandteil der Arbeit. Früher oder später kommt zwischen Geflüchteten und Helfern stets auch die Sprache auf das Thema Religion.

Wir erleben eine gewisse Verunsicherung bei den Leuten vor Ort“, sagt Dr. Erhard Berneburg, Generalsekretär der AMD, der die Handreichung angeregt hat. „Darf ich mit muslimischen Geflüchteten  über meinen eigenen Glauben sprechen oder ist das unzulässig? Oder auch umgekehrt: Ist es nicht meine Pflicht als Christ, meinen Glauben anderen gegenüber deutlich zu bekennen?“ Innerkirchliche Debatten und Diskussionspapiere dazu hätten die Fragen eher noch verschärft.

Im Austausch mit den Experten in unserer Arbeitsgruppe wurde uns schnell klar, dass den Menschen in den Gemeinden nicht mit theologischen Grundsatzdebatten über Mission oder Dialog geholfen ist“, so Dr. Claudia Währisch-Oblau, verantwortlich für die Abteilung Evangelisation bei der VEM und Leiterin der Arbeitsgruppe, die die Handreichung erstellt hat. „Und so versuchen wir eher, die ganz konkreten Fragen zu beantworten: Was sage ich denn nun, wenn….“ Es geht um die Klärung eigener Fragen wie: Was bedeutet mir persönlich das Gebet? Wo und wie erlebe ich Gott? Wer ist Jesus für mich? „Mission unter Geflüchteten bewegt sich nach unserer Erkenntnis zwischen den beiden Polen: Ja, ich darf von meinem Glauben sprechen, und: Nein, ich muss nicht im Alleingang Seelen retten – was Gott mit den Menschen vorhat, dürfen wir vertrauensvoll ihm überlassen,“ so die Abteilungsleiterin der VEM.

Die Handreichung behandelt die Themenfelder Christliche Nächstenliebe, Mission und Dialog, Jesus, Gebet und Träume und Visionen. Darüber hinaus finden sich in der Broschüre Erfahrungsberichte, ein Artikel zum Dokument „Mission Respekt“ und weiterführende Literaturhinweise. Sie ist kostenlos erhältlich unter gospel@vemission.org und steht hier als Download zur Verfügung.

Dr. Claudia Währisch-Oblau (VEM, Leiterin der Abteilung Evangelisation)

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