Andrea Bieler wechselt zum Jahresende an die Theologische Fakultät in Basel

Andrea BielerAndrea Bieler, Professorin für Praktische Theologie an der Kirchlichen Hochschule, wird zum Jahresende an die Theologische Fakultät der Universität Basel wechseln. Sie wird Nachfolgerin von Albrecht Grözinger, der dort den Lehrstuhl für Praktische Theologie inne hat und in den neunziger Jahren selbst einmal Professor in Wuppertal war.

Andrea Bieler sagt: „Ich schaue dankbar auf meine Wuppertaler Jahre zurück, die von kollegialen Freundschaften, vielen Begegnungen mit interessanten Studierenden sowie von kreativen Projekten geprägt waren. Insbesondere die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden am Lehrstuhl hat einfach Spaß gemacht. Die Bande, die geknüpft wurden, so hoffe ich, werden auch in den kommenden Jahren weiter gepflegt werden können. Zugleich ist es für mich eine große Freude und Ehre die Nachfolgerin eines Praktischen Theologen zu werden, der so wichtige und innovative Beiträge innerhalb meines Faches geleistet hat.“
Rückblickend ist für Andrea Bieler die Zusammenarbeit mit der VEM,  insbesondere mit Angelika Veddeler, von besonderer Bedeutung gewesen. Diese Kooperation ermöglichte ihr, praktisch-theologische Themen im internationalen Horizont zu verorten. Dies ist für sie seit ihrer Zeit in Berkeley (Kalifornien) ein wichtiges Anliegen.

Der internationale Horizont öffnete sich noch einmal in besonderer Weise als sie im vergangenen Jahr im Rahmen des von der John Templeton Foundation geförderten Enhancing Life Projects ein Forschungsstipendium erhielt. Seitdem forscht sie zu der Frage, wie sich Gesellschaften die massive, staatlich unterstützte kollektive Gewalterfahrung erlebt haben, neu orientieren. Bieler ist insbesondere an der Frage interessiert, inwieweit die christliche Religion einen Beitrag zur Überwindung von Gewalt inmitten kollektiver Traumatisierung leisten kann. Sie untersucht hierfür Initiativen in Südafrika, den USA, Deutschland und Italien.

(http://enhancinglife.uchicago.edu/blog/enhancing-life-in-the-aftermath-of-collective-violence)

Andrea Bieler kommentiert: „Es war für mich eine große Ermutigung zu erleben, wie das Rektorat und auch das Kollegium mir ermöglicht haben, dieses besondere Stipendium wahrzunehmen. Dies war eine schöne Erfahrung für mich, für die ich sehr dankbar bin.“

Im kommenden Wintersemester wird sie gemeinsam mit dem von ihr hoch geschätzten Kollegen Joachim von Soosten ein Seminar anbieten, indem schon einige Erkenntnisse ihrer Arbeit einfließen werden. Es trägt den Titel: Das Ende der Gewalt: Religiöse Imaginationen.

In den Wuppertaler Jahren hat Andrea Bieler vier Bücher mit herausgegeben und ihre Theologie der Seelsorge geschrieben:

  • Verletzliches Leben. Horizonte einer Theologie der Seelsorge, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, erscheint
  • Mit Henning Wrogemann: Was heißt hier Toleranz? Interdisziplinäre Zugänge. Neukirchen-Vluyn 2014.
  • Mit Michael Beintker et al. „Uns zu dem Leben führen.“ Hoffnung predigen. Festschrift für Peter Bukowski, Neukirchen-Vluyn 2015.
  • Mit Christine Gerber et al: Weniger ist mehr. Askese und Religion von der Antike bis zur Gegenwart, Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt 2015.
  • Mit Matthias Stracke und Angelika Veddeler: Religion and Ageing: International Perspectives, Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt, erscheint Ende 2016.

 

Obwohl der Wechsel erst im Januar ansteht, erlebt Andrea Bieler schon jetzt das Wechselbad der Gefühle:  zwischen Momenten gefüllt von Dankbarkeit, Lachen und Weinen und der Vorfreude auf die neuen Herausforderungen und Möglichkeiten, die für sie mit Basel verbunden sind. Auch dort ist sie bereits herzlich empfangen worden und hat schon im Rhein gebadet.

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