Zwei neue Bücher von Prof. Dr. Matthias Freudenberg

Heiliger_GeistMatthias FreudenbergHeiliger Geist, Theologische Bibliothek, Band 4, Neukirchen-Vluyn 2015, ISBN 978-3-7887-2975-2, 256 Seiten, € 24,99

Wie der Wind, so weht auch Gottes Heiliger Geist, wo er will (Joh 3,8). Angesichts seiner Unfassbarkeit dränge sich Fragen nach seinem Wesen und seinen Wirkungen auf. Dieses Buch setzt bei der Spurensuche nach Gottes Geist im Alten und Neuen Testament an. Sodann werden Entwicklungen der Lehre vom Heiligen Geist bis zur Gegenwart skizziert. Ein besonderes Augenmerk gilt seinen Wirkungen bei der Begründung des Glaubens sowie bei der Rechtfertigung, Heiligung, Freiheit und Verantwortung. Inwiefern der Heilige Geist der „Lebendigmacher“ ist, wird anhand seiner Impulse für die Kirchen, die Feier von Taufe und Abendmahl die christliche Hoffnung und das Gebet aufgezeigt. Dabei wird deutlich, dass sich Gottes Gegenwart in dieser Welt als seine Geistesgegenwart erweist. Gottes Geist eignet das heilsame Werk zu, das er als Schöpfer und Versöhner begonnen hat. Indem er das Handeln des Vaters und des Sohnes zum Ziel bringt, schafft der Geist Leben, durchbricht die Trennung von Gott und die Entzweiungen untereinander, stiftet Beziehungen, eröffnet Kommunikation, führt in die Räume der Wahrheit, tröstet und weckt die Hoffnung auf ein endgültiges Leben in der Gemeinschaft mit Gott.

Barth-NieselMatthias Freudenberg / Hans-Georg Ulrichs (Hg.)Karl Barth und Wilhelm Niesel. Briefwechsel 1924–1968, Göttingen 2015, ISBN 978-3-525-56019-8, 303 Seiten mit 12 Abb., € 49,99

Zwischen 1924 und 1968 haben Karl Barth (1886–1968) und sein akademischer Schüler Wilhelm Niesel (1903–1988) neben persönlichen Begegnungen eine intensive Briefkorrespondenz gepflegt. In den Briefen bis 1930 werden Themen im Umkreis der Dialektischen Theologie sowie zur Calvinforschung erörtert. Dabei fällt ein Licht auf Barths und Niesels Rezeption der Theologie Johannes Calvins und ihrem Verständnis der Reformation. Die Briefe der 30er Jahre sind dem Kirchenkampf und dem gemeinsamen Ringen um eine Kirche gewidmet, die der nationalsozialistischen Häresie eine widerstehende biblische Theologie entgegengesetzt hat. In den nach 1946 verfassten Briefen wird das Bemühen der beiden in Basel bzw. in Wuppertal tätigen Hochschullehrer dokumentiert, ihren der reformierten Tradition verpflichteten Einfluss auf die Neubegründung der Evangelischen Kirche in Deutschland geltend zu machen. Neben den akademischen Tätigkeiten beider begegnet in den Briefen dieser Jahre die Aufmerksamkeit auf eine an Jesus Christus orientierte Kirche. Während Barth in den 60er Jahren seine Aufmerksamkeit auf Rom lenkte, widmete sich Niesel als Moderator des Reformierten Bundes und als Präsident des Reformierten Weltbundes der ökumenischen Verbundenheit der reformierten Konfessionsfamilie.

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