Neue Veröffentlichungen am Institut für Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement

Nomos_Bd1Matthias Benad, Martin Büscher, Udo Krolzik (Hg.)Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel. Interdisziplinarität, Normativität, Theorie-Praxis-Verbindung,  Reihe Diakoniewissenschaft/Diakoniemanagement, Bd. 1, 2015, 711 S., Gebunden, ISBN 978-3-8487-2188-7.

Das Institut für Diakoniewissenschaft und DiakonieManagement (IDM) der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel steht für eine Innovation in Forschung und Lehre, die mit Blick auf Führen und Leiten in Diakonie und Kirche akademische Herausforderungen der Interdisziplinarität, Normativität und Theorie-Praxis-Verbindung gestalten will.

Der Band dokumentiert wissenschaftssystematische Herangehensweisen, Spannungsfelder und erste Ergebnisse der Forschung. Zu Worte kommen Theologinnen und Theologen, Wirtschaftswissenschaftler, Vorstände aus großen diakonischen Unternehmen und Studierende, die alle mehrjährige Leitungserfahrung aufweisen. Dokumentiert ist der grenzüberschreitende Diskussionsprozess durch Beiträge zu einem wissenschaftssystematischen Symposion, durch representative Beiträge von hauptamtlich Lehrenden, durch Beiträge von Studierenden zum Diakoniewissenschaftlichen Programm, durch erste Ergebnisse in Form von Dissertationen sowie durch drei Studienprogramme MA national, MA international und den PhD.

Nomos_Bd5Michael Bartelsdiakonisches profil & universal design. Diakonie zwischen Verkirchlichung und Verweltlichung des Christentums, Reihe Diakoniewissenschaft/Diakoniemanagement, Bd. 5, 2015, 711 S., Gebunden, ISBN 978-3-8487-2188-7.

Die Untersuchung geht von semantischen und semiotischen Botschaften der Diakonie aus und beleuchtet kritisch verbreitete diakonische Profilierungsversuche, die im Zusammenhang mit abgrenzenden Identitätskonzepten stehen. Demgegenüber wird ein Dienstleistungsdesign zur Anwendung gebracht, das in Übereinstimmung mit dem in der UN-Behindertenrechtskonvention verankerten Ansatz eines universellen Designs steht.

Aus der Außendarstellung der Diakonie werden Rückschlüsse auf aktuelle organisatorische Herausforderungen der Diakonie gezogen, die zur Überwindung der im Verhältnis zwischen organisierter Diakonie und verfasster Kirche bestehenden morphologischen Fundamentalismen ebenso beitragen wie zur Bewältigung der Umbrüche der Moderne, denen sich die christliche Religion im Spannungsfeld von Verkirchlichung und Verweltlichung insbesondere in Ostdeutschland stellen muss.

 

diakonie_in_der_diasporaHans-Walter Schmuhl und Ulrike Winkler: Diakonie in der Diaspora. Das Evangelische Diakoniewerk Gallneukirchen von der Habsburgermonarchie bis in die Zweite Republik. Schriften des Instituts für Diakonie- und Sozialgeschichte an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel, Bd. 26, Bielefeld 2015, ISBN 978-3-89534-968-7, 528 Seiten, Euro 29,00.

In der Gesellschaft bedarf der Mensch der Aufmerksamkeit der Mitmenschen. Aus dieser Überlegung hat sich im Laufe der Geschichte der Gedanke der Diakonie entwickelt, in welcher einzelne Menschen anderen dienen und zugleich eigene Zuwendung für ihre Überlegungen und Gedanken gewinnen wollen. Gerne möchte der eine, dass andere, so fern sie auch örtlich sein mögen, sein Weltbild aufnehmen und weitergeben.

Auf dieser Grundlage hat nicht nur Jesus Christus für andere gelebt, sondern hat sich auch die nach ihm benannte Religion entwickelt, die auf Grund ihrer Größe und Verbreitung zu einer vielfältigen weltweiten Organisation gewachsen ist. Martin Luther hat eine Reihe ihrer Erscheinungen als fehlerhaft beurteilt und deswegen eine Reformation angestrebt, welche das Christentum im Kern in Katholiken und Evangelische aufgespaltet hat. Von daher ist es möglich geworden, dass ein evangelisches Diakoniewerk in der katholisch gebliebenen Habsburgermonarchie in der Nähe von Linz im Südosten des deutschen Sprachraums seit 1874 Fuß gefasst hat.

Die vorliegende Monographie beruht auf einem Forschungsauftrag des Vorstands des Diakoniewerks Gallneukirchen, den die beiden Verfasser umfassend und gründlich erfüllt und verwirklicht haben. Gegliedert ist das ansprechende Werk nach einer Einleitung in meist kurze und überschaubare zeitliche Abschnitte (1806-1874, 1874-1884, 1884-1914, 1914-1918, 1918-1938, 1938-1945, 1946-1955, 1956-1965, 1966-1981 und 1982-2015). Anschaulich zeigt es, wie aus einfachen Mühen einiger weniger „erweckter“ evangelischer Christen insgesamt eine transnational verflochtene, nicht mehr strikt auf Evangelisches beschränkte, transnational verflochtene diakonische Unternehmensgruppe der Wohlfahrtspflege in Österreich mit rund 3200 Mitarbeitern (davon 76 Prozent katholisch) in einhundert Einrichtungen entstanden ist, die vielen Hilfebedürftigen Unterstützung bietet und dabei christliche Vorstellungen unmittelbar anderen in kleinen Schritten auf dem langen Weg zwischenmenschlicher Zusammenarbeit erfolgreich vermittelt.

Bild_7_LangeRiechmannLieseltraut Lange-RiechmannWirtschaftlicher Nutzen von Kinaesthetics und die Bedeutung für Diakonie und Gesundheitsökonomie, Steinbeis-Edition, 2015, 320 Seiten, ISBN 978-3956630316.

Kinaesthetics, als Wissenschaft der Bewegungswahrnehmung, wird insbesondere bei Menschen mit eingeschränkter Mobilität nach Erkrankungen wie einem Schlaganfall oder bei einer körperlichen Behinderung eingesetzt. Die Besonderheit des Verfahrens besteht darin, dass Kinaesthetics das Entwicklungspotential in den alltäglichen pflegerischen und betreuerischen Unterstützungen in den Vordergrund stellt und sich dafür interessiert, wie beide Beteiligten dabei ihre Kompetenz und damit ihre Möglichkeiten zur Selbstwirksamkeit und Selbstbestimmung weiterentwickeln können. Es steht nicht die Frage nach der Erkrankung oder nach der Fähigkeit im Vordergrund, sondern wie ein Mensch in der Lage ist, im jeweiligen Moment auf der Basis seiner individuellen Möglichkeiten, seine Bewegung an aktuelle Herausforderungen anzupassen. Kann dieses Verfahren zu einer Kostensenkung in den kostenintensiven Versorgungsbereichen verschiedener Sozialgesetzbuchzuständigkeiten führen? Kann durch das Verfahren ein Königsweg geprägt von Effektivität und Effizienz gefunden werden, der Menschen trotz begrenzter Mittel das Gefühl von Selbstbestimmung gibt und damit mehr Zufriedenheit und Teilhabe ermöglicht? Welchen Einfluss kann Kinaesthetics auf gesundheitspolitische Entwicklungen nehmen und kann Kinaesthetics der Ausführung von Diakonie als tätige Nächstenliebe dem Helfen ein neues Bewusstsein geben? Mit den Erkenntnissen der Untersuchung sollen Antworten auf diese Fragen gegeben werden. Eine Kosten-Nutzen-Betrachtung in relevanten Versorgungsbereichen ermöglicht Unternehmen eine strategische Ausrichtung und macht Forschungsbedarf sichtbar.

Bild_6_PoschUlrike PoschDeutsche Stiftungen und ihre Kommunikation. Grundlagen und Kriterien für das Kommunikationsmanagement, Springer, 2015, ISBN 978-3-658-10102-2.

Ulrike Posch entwickelt bislang fehlende Kriterien für gute Stiftungskommunikation als Teil des Stiftungsmanagements. Auf der Basis der historischen Wurzeln von Stiftungen, ihrer phänomenologischen Ausprägungen sowie den gegenwärtigen normativen Anforderungen an das Stiftungsmanagement zeigt sie praktische Schritte zu einer zeitgemäßen Stiftungskommunikation. Hintergrund für diese Forschungsarbeit ist ein sichtbar wachsendes Stiftungswesen in Deutschland, das professioneller Kommunikation bedarf. Denn trotz der zunehmenden Bedeutung kann bislang weniger als die Hälfte der Bevölkerung eine Stiftung namentlich nennen und 80 Prozent geben an, noch nie Kontakt zu einer Stiftung gehabt zu haben.

 

 

 

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