Matthias Geigenfeind

Neue Mitarbeitende Teil 1: Matthias Geigenfeind

Immer zum Beginn eines jeden Semesters sieht man neue Gesichter an der KiHo. Wir wollen in lockerer Folge unsere neuen Mitarbeitenden auch an dieser Stelle vorstellen. Den Anfang mach Matthias Geigenfeind, ein neuer Mitarbeiter am Institut für Septuaginta- und Biblische Textforschung.

(Interview von Patrick Leiverkus)

Patrick Leiverkus: Wo kommst du her?
Matthias Geigenfeind: Ich komme aus Bayern, aus der Nähe von Regensburg.

Hast du dort auch studiert?
Ja, in Regensburg habe ich seit 2009 katholische Theologie an der Universität studiert, habe dort mein Vordiplom gemacht und bin zum Wintersemester 2011/2012 nach Jerusalem ins theologische Studienjahr gegangen. 

Womit hast du dich in Jerusalem beschäftigt?
Dort habe ich schwerpunktmäßig Biblische Theologie betrieben. Das Studienjahr stand unter dem Leitthema Eschatologie, wo auch mein Anknüpfungspunkt zur Johannesoffenbarung liegt, mit der man sich hier in Wuppertal ja auch beschäftigt, und zum ISBTF.

Ich habe mich in Jerusalem aber auch mit anderen Bereichen beschäftigt wie Ostkirchenkunde. Ich habe z.B. bei den Äthiopiern, Kopten, Armeniern und Orthodoxen Gottesdienste mitgefeiert.

Aber auch der Kontakt zum Islam und zum Judentum hat mich sehr fasziniert, und dann natürlich auch der Kontakt zu unseren evangelischen Schwestern und Brüdern. Das war für mich die erste intensivere Begegnung mit der Ökumene. 

Dann ist das für dich gar nicht mehr so ein Sprung ins kalte Wasser, hier der Ökumene zu begegnen.
Also, durch Jerusalem bin ich ja ein bisschen vorbelastet, aber direkt an einem evangelischen Institut zu arbeiten und zu wirken, das ist mir neu.

Zurück zu deinem Studium. Was hast du denn nach Jerusalem gemacht?
Danach bin ich zurück nach Regensburg gegangen und habe mein Diplom gemacht. Ende Januar 2015 bin ich mit dem Studium fertig geworden.

Und worüber hast du deine Diplomarbeit geschrieben?
Im Fach Neues Testament bei Prof. Nicklas über die apokryphe Thomasapokalypse.

Wie bist du denn nach Wuppertal gekommen?
Das war eine Vermittlung von Tobias Nicklas aus Regensburg, der Martin Karrer kennt.

Konntest Du schon erste Eindrücke von Wuppertal sammeln?
Also, es ist etwas gewöhnungsbedürftig hier mit dieser großen Baustelle, aber ich finde es sehr interessant, wenn man auch mal eine neue Region Deutschlands kennenlernt. Wuppertal ist ja auch eine theologisch bedeutende Stadt, wenn man an die Barmer Erklärung denkt oder an die Elberfelder Bibelübersetzung. Das war auch mein erster Gedanke, der mir mit Wuppertal aufgekommen ist, und nicht bloß diese Herrenboutique in Wuppertal von Loriot.

Die jeder kennt.
Ja. (lacht)

Und die Schwebebahn.
Und die Schwebebahn.

Bist du denn schon mal damit gefahren?
Das ist noch ein kleines Manko. Ich schäme mich schon fast ein bisschen dafür, dass ich noch nicht gefahren bin.

Jetzt möchtest du ja hier promovieren. Wirst du bei Herrn Karrer promovieren oder in Regensburg, und nur hier arbeiten?
Da ich von der Katholischen Theologie komme, muss ich auch an einer katholischen Fakultät einreichen, deshalb stehe ich auch in regelmäßigem Kontakt mit meinem Diplomvater, Tobias Nicklas, der mein Erstbetreuer sein wird.

Da ich jetzt an der Edicio Critica Maior der Johannesapokalypse mitarbeite, kann ich möglicherweise aus dem Projekt heraus eine Doktorarbeit entwickeln, da bin ich jetzt auf Themensuche. Da sich Nicklas und Karrer im Themengebiet der Apokalypse beide gut auskennen, kann u.U. die Doktorarbeit von beiden betreut werden.

Und wie ist dein Eindruck vom ökumenischen Zusammenleben? Wie ist das als katholisches Mitglied der evangelischen Apokalypse-Forschung?
Ich bin ganz gut aufgenommen worden bislang, was vor allem daran liegt, dass unser Team schon, bevor ich dazu gestoßen bin, gemischt konfessionell und ökumenisch aufgeschlossen war, was mich sehr freut.

Wie lauten deine Pläne für die nächste Zeit? Eher in der Forschung zu arbeiten oder in der Hochschule?
An der Hochschule werde ich am Projekt der Editio Critica Maior mitarbeiten, das Transkribieren üben, denn das kam im Studium gar nicht vor.

Ebenso wichtig für mich ist es, meine Kenntnisse auf dem Gebiet der Johannesapokalypse und allgemein der Biblischen Theologie weiter zu vertiefen.

Ich muss schon sagen, dass die Evangelische Kirche den Katholiken mit dem Sola Scriptura-Prinzip meilenweit etwas voraus hat. Hier versuche ich, meine Defizite ein bisschen aufzuholen, und mich vertieft einzufinden in die exegetischen Methoden.

Darüber hinaus werde ich auch am Lehrstuhl Aufgaben übernehmen, die mir Martin Karrer oder die anderen Kollegen zutrauen oder zutragen.

Vielen Dank für das Interview.

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