Prof. Dr. Alfred Jäger †

Prof. Dr. Alfred JägerDie Kirchliche Hochschule Wuppertal/Bethel gedenkt in Trauer und Dankbarkeit ihres verstorbenen Emeritus Prof. Dr. Dr. h. c. Alfred Jäger, der 1981 bis 2006 den Lehrstuhl für Systematische Theologie in Bethel inne hatte.

Geboren am 2. November 1941 im schweizerischen St.Gallen, verbrachte Alfred Jäger Kindheit und Grundschulzeit in Urnäsch im Kanton Appenzell Ausserrhoden. Unternehmerisches Denken und Handeln war ihm von Kindheit an vertraut, er musste zeitig Verantwortung übernehmen. Nach der Matura 1960 am St. Galler Gymnasium studierte er evangelische Theologie in Zürich, Rom, Göttingen, Basel und Princeton (New Jersey, USA). 1967 wurde er in Basel zum Dr. theol. promoviert. Dort absolvierte er auch sein Vikariat und vertrat Prof. Dr. Fritz Buri am Baseler Münster. Von 1969 bis 1975 wirkte er als Gemeindepfarrer in Wolfhalden in Appenzell Ausserrhoden, anschließend bis 1981 als Hochschulpfarrer und Dozent für Evangelische Theologie an der Universität St.Gallen. In diese Zeit fiel seine Habilitation in Systematischer Theologie an der Universität Basel 1977. 1981 an die Kirchliche Hochschule Bethel berufen, wurde er bald aufgrund seiner profunden Kenntnis des St.Galler Managementmodells von der Leitung der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel als Berater gefragt. Daraus ergab sich rasch eine vielfältige Beratertätigkeit im diakonisch-kirchlichen Sektor, verbunden mit zahlreichen Publikationen zu Diakoniewissenschaft und Diakoniepolitik, insbesondere zu Fragen des Lenkens, Leitens und Gestaltens christlicher Unternehmen. 1987 wurde er für einige Jahre stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Firma Beratung Sozialer Unternehmen (BSU) in Stuttgart, im Jahr 2000 Stiftungsratspräsident und Aufsichtsratsmitglied des Collegium Augustinum in München. Seit 2002 betrieb er mit großer Energie den Aufbau des Diakoniewissenschaftlichen Kompetenzzentrums an der Kirchlichen Hochschule Bethel, aus dem 2008 das Institut für Diakoniewissenschaft und DiakonieManagement der fusionierten Hochschule für Kirche und Diakonie in Wuppertal und Bethel hervorging. Die Entwürfe der Weiterbildungsstudienprogramme für diakonisches Führungspersonal mit den Abschlüssen Master (seit 2004) und Doktor der Diakoniewissenschaft (Dr. diac., seit 2008) stammten aus seiner Feder. Seit seiner Emeritierung am Ende des Wintersemesters 2006/07 lebte Alfred Jäger wieder in St.Gallen. Den Säntis im Rücken und mit Blick auf den Bodensee schrieb er an seiner Lebenstheologie, deren ersten Band er vor kurzem beim Verlag ablieferte.

Von Alfred Jäger sind nicht nur Generationen von Theologiestudierenden der Betheler Hochschule in systematisch-theologischer Forschung und Lehre nachhaltig geprägt worden. Er hat durch seine Berater- und Vortragstätigkeit auch dem geraume Zeit mit viel Skepsis aufgenommenen Paradigma des diakonischen Unternehmens zum Durchbruch verholfen und beim diakonischen und kirchlichen Führungspersonal ebenso tiefe Spuren hinterlassen wie in der Diakoniewissenschaft.

Alfred Jäger starb in der Nacht zum 2. März 2015 in seiner St. Galler Wohnung. Der anbrechende Tag stand unter dem Lehrtext zur Herrnhuter Losung aus Phil. 4,6

Sorget euch um nichts,
sondern in allen Dingen lasst eure Bitten
in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!

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